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Frau Nettesheim

  • Kein Witz auf Kosten von Frau Nettesheim

    trithemius & Frau NettesheimTrithemius
    Beinah hätte ich heute Abend einen Scherz auf Ihre Kosten gemacht, Frau Nettesheim.

    Frau Nettesheim
    Komischer Satz. Es ist ja erst Mittag, so dass der Scherz auf meine Kosten theoretisch noch möglich ist.

    Trithemius
    In diesem Falle nicht, weil ich schon gestern Abend festgestellt habe, dass der Witz auf Ihre Kosten technisch zu schwierig umzusetzen ist. Dann habe ich beschlossen, ihn mir zu sparen.

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  • Blue Monday, der deprimierendste Tag des Jahres

    Trithemius
    Oje, oje, oje, Frau Nettesheim.

    Frau Nettesheim
    Wo drückt der Schuh?

    Trithemius
    Heute ist Blue Monday, der deprimierendste Tag des Jahres.

    Frau Nettesheim
    Wer sagt das?

    Trithemius
    Der britische Psychologe Cliff Arnall. Er hat im Jahr 2005 berechnet, dass der deprimierendste Tag immer auf den Montag der letzten vollen Januarwoche fällt. Dann sind die guten Vorsätze schon missglückt, der nächste Urlaub ist noch fern, die Tage sind weiterhin zu dunkel, und Montag ist sowieso ein Scheißtag. Die Formel sieht so aus:

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  • Auf vielfachen Wunsch: Frau Nettesheim mal wieder

    Frau Nettesheim
    Vielleicht sind Sie nur faul, Trithemius. Oder wie nennen Sie das, einen ganzen Monat nichts zu veröffentlichen?

    Trithemius
    Erholung? Ferien? Urlaub? Schöpferische Pause? Wussten Sie, Frau Nettesheim, dass Urlaub von erlauben abstammt? Urlaub ist die Erlaubnis, nichts zu tun. Und weil ich mein eigner Chef bin, habe ich mir den Urlaubsschein selbst ausgestellt. Hätte ich Sie um Erlaubnis fragen müssen?

    Frau Nettesheim
    Das hier ist ein freies Land.

    Trithemius
    Warum spekulieren Sie dann, ob ich vielleicht nur faul gewesen wäre? Tatsächlich hatte ich keine Lust, jeden Tag gegen die Schreibblockade anzurennen. Hab nur ab und zu dran gerüttelt, doch sie stand bombenfest. Unser Dialog ist auch so ein Rütteln; ein Test, ob es wieder geht.

    Frau Nettesheim

    Rütteln Sie und schütteln Sie!

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  • Auf die Welt gucken mit Frau Nettesheim

    trithemius & Frau Nettesheim

    Frau Nettesheim

    Nehmen Sie doch die Dinge wie sie sind,
    Trithemius.

    Trithemius
    Wie meinen?

    Frau Nettesheim

    Als wertfreie Realitäten, deren Bedeutung Sie selbst ihnen geben. Damit nehmen Sie eine beinah göttliche Sicht an, die Ihnen Seelenruhe und ein vergnügliches Leben beschert.

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  • Frau Nettesheim mahnt den Frühjahrsputz an

    Frau Nettesheim
    Keine Lust zu schreiben, Trithemius?

    Trithemius
    Kaum. Hab zuviel anderes zu tun.

    Frau Nettesheim

    Zuerst feiern sie die von Ihnen so genannten „Gepflegten Netze“, und dann pflegen Sie das Teppichhaus nicht mehr? Gerade jetzt wäre ein Frühjahrsputz angesagt. Können Sie wenigstens mal erklären, was ein gepflegtes Netz ist?

    Trithemius

    Ganz gewiss nicht einfach das, was man gemeinhin „social media“ nennt. Da tummel sich viele Leute, die das Internet eingeschränkt nutzen. Sie fahren einen Porsche nur im ersten Gang. Zum Beispiel hat die Zeitschrift Titanic bei Twitter 54.282 Follower und folgt selbst niemandem, nutzt also das Internet als Einkanalmedium. Titanic sendet, aber empfängt nichts, ganz in der Tradition des Printmediums. An einem Austausch mit den Lesern sind sie nicht interessiert. Nicht umsonst veröffentlichen sie keine Leserbriefe, sondern andersrum „Briefe an die Leser“.

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  • Treppenlift nach Hamburg – ohne Frau Nettesheim

    Trithemius
    Gestern auf der Limmerstraße sah ich eine Straßenbahn, die warb seitlich für Treppenlift-Nord.de. Wie mag so ein Treppenlift nach Norden funktionieren, Frau Nettesheim?

    Frau Nettesheim
    Gibt’s nicht. Norden liegt nur auf der Landkarte oben.

    Trithemius

    Jetzt lassen Sie doch Ihre Phantasie ein wenig hüpfen, hohe Frau. Es ist doch eine artige Vorstellung, man könnte den Norden mit einem Treppenlift erreichen, bequem darin Platz nehmen, und er fährt am Treppengeländer hoch gen Norden.

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  • Plausch mit Frau Nettesheim – Austausch von Artigkeiten

    Frau Nettesheim
    Warum kramen Sie so hektisch in der Schublade, Trithemius?

    Trithemius
    Wie Sie gerade das Teppichhaus betreten haben, Frau Nettesheim, dachte ich, schnell die Schneebrille! Sonst werde ich von ihrer strahlenden Schönheit geblendet.

    Frau Nettesheim
    Quatschkopp! Sie haben nie eine Schneebrille besessen.

    Trithemius
    Ach, wie wunderbar diese Worte von Ihren Lippen tropfen. Ich liebe die Stellung ihres Mundes beim Spotten. Bitte kommen Sie nicht näher, damit ich in Ihrer wunderbaren Aura nicht verbruzzele.

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  • Vorsicht Zeitdehnung – Ein unheimlich langes Gespräch mit meiner Filialleiterin Frau Nettesheim

    Trithemius
    Manchmal bin ich mir unheimlich.

    Frau Nettesheim
    Mir auch.

    Trithemius
    „Mir auch“, Frau Nettesheim? Sie wissen gar nicht warum und sagen „Mir auch?“

    Frau Nettesheim
    Meine Gründe kenne ich, ihre freilich noch nicht.

    Trithemius

    Dann lassen Sie mich berichten, hohe Frau. Sie wissen doch, dass mir gelegentlich eine Pizza im Backofen anbrennt, weil ich sie beim Schreiben vergesse. Gestern abend hatte ich wieder keine Lust zu kochen und habe eine Industriepizza in den Backofen geschoben. Vorher hatte ich sie aber zusätzlich belegt. Manche sagen „verfeinert“ dazu.

    Frau Nettesheim
    Und manche werden wütend, wenn sie den Quatsch von “verfeinern” hören.

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  • Plausch mit Frau Nettesheim - Weihnachtsmänner

    Frau Nettesheim
    Ach, der Herr Trithemius, lässt sich auch mal wieder blicken.

    Trithemius

    Hohohoo, draußen vom Walde komm ich her …

    Frau Nettesheim

    Weihnachtsmann!

    Trithemius

    Hört sich aus Ihrem Munde wie ein Schimpfwort an, Frau Nettesheim.

    Frau Nettesheim

    Ich habe Sie als den identifiziert, der solche Sprüche ablässt statt zu arbeiten.

    Trithemius

    Ich lasse Sprüche ab, statt zu arbeiten? Woher wissen Sie das? Könnte ja theoretisch sein, dass ich in den letzten Tagen bis zum Umfallen gearbeitet habe, sogar in einer speziellen Art Vorweihnachtsstress gewesen war. Das gehört sich nämlich so. So kurz vor Heiligabend müssen alle Weihnachtsstress haben, wird überall getutet und geblasen.

    Frau Nettesheim

    Und wie sieht Ihr theoretischer Weihnachtsstress aus?

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  • Papiere des PentAgrion (23) - Frau Nettesheim beleuchtet das Netz

    Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4a - Teil 4b - Teil 4c - Teil 5a - Teil 5b - Teil 5c - Teil 6a - Teil 6b - Teil 7 - Teil 8 - Teil 9 - Teil 10 - Teil 11 - Teil 12 - Teil 13- Teil 14- Teil 15 - Teil 16 - Teil 17 - Teil 18 - Teil 19 - Teil 20 - Teil 22 - Teil 23 - Teil 24 - Teil 25 - Teil 26 - Teil 27

    trithemius & Frau NettesheimTrithemius
    Zum ersten Mal, seit wir uns kennen, sind Sie vor mir im Teppichhaus, Frau Nettesheim. Als Filialleiterin hätten Sie eigentlich immer zuerst da sein müssen.

    Frau Nettesheim
    Sie müssen selbst wissen, was Sie tun. Ich bin nicht Ihre Gouvernante, Trithemius.

    Trithemius
    Schimpfen Sie etwa mit mir?

    Frau Nettesheim
    Ich wundere mich nur über Ihr spätes Eintreffen zur Lesenacht.

    Trithemius
    Hab noch einen Abendbummel gemacht, um mich ein wenig zu erden. Gab es etwas Wichtiges?

    Frau Nettesheim
    Allerhand. Unter anderem war die Postbotin da und hat zwei handgeschriebene Briefe für Sie hinterlegt.

    Trithemius
    Du liebe Zeit, und ich habe meine Lesebrille verlegt. Zeigen Sie mal, damit ich wenigstens einen Eindruck von der Handschrift bekomme und ahnen kann, was mir geschrieben wurde.

    Frau Nettesheim
    Manchmal brauchen Sie sogar ein Kindermädchen. Ich kann mir denken, warum Sie eben noch unterwegs waren. Vermutlich hatten Sie schon wieder keine Zigarettenblättchen mehr und waren am Kiosk. Dann haben Sie den Rückweg nicht sogleich gefunden, weil Sie sich verlocken ließen.

    Trithemius
    Verlocken? Ich höre immer verlocken. Einladen, ich wurde unterwegs abgelenkt durch etwas Einladendes.

    Frau Nettesheim
    Finden Sie Nässe, Dunkelheit und Kälte einladend?

    Trithemius
    Da war überall Licht auf den Straßen, und ich sah seine Spiegelungen auf dem nassen Asphalt. Mir ist schleierhaft, wieso manche den so genannten „Winterblues“ glauben gehabt zu haben sein zu müssen und sich anstiften lassen, um einem Freiflug auf die Kanaren zu konkurrieren. Ein einziger Freiflug für unzählige Winterblues-Verwirrte, das sind trübe Aussichten. Und am Ende regnet es noch auf den Kanaren. Wir bieten unzählige reservierte Plätze für eine erbauliche Reise durchs soziale Netz. Wer mitfährt, kann den Winterblues in die Tonne kloppen.

    Frau Nettesheim
    Sie sind ein unverbesserliches Lästermaul, Trithemius, und mal wieder recht arrogant. Wenn Blog.de die Winterblueswochen ausruft …

    Trithemius
    … herbeizitiert …

    Frau Nettesheim
    … hat das aus deren Sicht Berechtigung. Sie müssen Geld verdienen und können nicht alles zum Nulltarif raushauen wie Sie. Selbst das Teppichhaus würde untergehen, wenn Blog.de nicht den Pachtzins für die Plattform verdienen würde. Also benennt Blog.de ein Bedürfnis und stellt seine Befriedigung in Aussicht. Das ist immerhin etwas für Leute, die im elitären PentAgrion-Netz nicht mitkommen. Und übrigens, wollten Sie nicht ebenfalls etwas für Ihre leere Kasse tun?

    Trithemius
    Moment mal. Finden Sie unser soziales Netz elitär? Das ist nicht beabsichtigt und deshalb nicht wahr.

    Frau Nettesheim
    Jetzt sind Sie rabulistisch wie Ihre geheimnisvolle Postbotin Gina.

    Trithemius
    Sie tut nur so. Bei mir weiß man es nicht. Jedenfalls versuche ich, ihre Briefe richtig zu verstehen. Der eine hier, ist nur für mich, das spüre ich, ohne ihn genau zu lesen. Der andere, … den stecke ich in die Jackentasche. Da wird er mich immer erinnern, aufmerksam zu sein, wenn ich … Verflixt, Frau Nettesheim! Sie haben mich aufgehalten. Ich muss los, sonst komme ich zu spät zum Obelisken auf dem Drielandenpunt.

    Frau Nettesheim
    Passen Sie auf sich auf und rennen Sie niemanden um.

    Trithemius
    Vielen Dank, Verehrteste, für die Beleuchtung. Ihr Licht hat mich vier Jahre gut geleitet. Und gleichzeitig sind Sie eine zuverlässige Streckengeherin und haben das Gleis gesichert.

    => Fortsetzung: Spuren auf dem Tisch

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